diePille

BAYER vernichtet 12 000 Arbeitsplätze

 Karikatur: Bayerkreuz rollt bergab und wirft Arbeiter um.


Beschäftigte
müssen für
MONSANTO-Deal bluten

 

Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) warnte bereits 2016: «Die MONSANTO-Übernahme kommt die BAYER-Beschäftigten teuer zu stehen.» Auf den Hauptversammlungen des Chemie-Konzerns im Mai 2017 und 2018 fragten Kritische AktionärInnen der CBG: «Wieviele Arbeitsplätze werden vernichtet durch die Übernahme von MONSANTO?» BAYER-Chef Baumann verweigerte die Antwort. Gestern wurde die Katze aus dem Sack gelassen: 12.000 Jobs werden im Konzern gestrichen. Dies hat BAYER am gestrigen Tag nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben. Ob das alles ist oder ob weitere Arbeitsplatzvernichtung folgen wird – dies ließ BAYER offen.

Ein erheblicher Teil dieser Posten wird in den deutschen Werken wegfallen. Der Leverkusener Multi plant unter anderem, sich von der Tiermedizin-Sparte komplett zu trennen. Zudem sollen keine neuen rezeptfreien Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mehr hergestellt und alte ausgemustert werden. Dies wird 1.100 Menschen die Arbeitsstelle kosten. In der Abteilung «Pharmaceuticals», die verschreibungspflichtige Medikamente produziert, sollen 900 Arbeitsplätze wegfallen. Hiervon ist direkt der Standort Wuppertal betroffen. Hier beabsichtigt die Aktien-Gesellschaft, 350 Stellen zu streichen. Im Saatgut- und Pestizid-Bereich, gerade erst durch den berüchtigten Neukauf «MONSANTO» gewachsen, stehen 4.100 Jobs zur Disposition. Überdies will der Agro-Riese seine Anteile an dem Dienstleister CURRENTA, die 60 % des Grundkapitals ausmachen, abstoßen – ein unkalkulierbares Risiko für die Belegschaft.

«Der Finanzmarkt kennt keine Gnade. Erst drängen die Ultra-Reichen, die hinter BLACKROCK & Co. stehen, BAYER zum MONSANTO-Kauf und jetzt, da sich ihre Erwartungen nicht erfüllen, zwingen sie den Global Player zum Aderlass. Und bluten müssen wieder mal die Beschäftigten», stellt Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der CBG klar.

Die Investoren schon frühzeitig Druck auf BAYERs Finanz-Chef Wolfgang Nickl aus. «Herr Nickl muss dafür einstehen, dass BAYER Cash aus jeder möglichen Quelle generiert», mahnte etwa der Finanzanalyst Jeremy Redenius. Und der Konzern tat wie geheißen und brachte im Unternehmensteil «Pharma» schon Ende Mai das Rationalisierungsprogramm «Super Bowl» auf den Weg.

Die CBG fürchtet weitere Maßnahmen. So pochen einige Finanzmarkt-AkteurInnen bereits auf einen Komplett-Verkauf des Pillen-Geschäfts. Eine Bestandsgarantie für die nächsten Jahre verweigerte BAYER-Chef Werner Baumann der Coordination auf der letzten Hauptversammlung dann auch bezeichnenderweise. «Aufgrund der recht dynamischen Entwicklungen des Marktumfeldes wären verbindliche Festlegungen über 20 Jahre unseriös», meinte er.

CBG, 30.11.2018
Bild: Scott