Kultur

»Die wachsenden Möglichkeiten der Kommunikation öffnen neue Perspektiven für die Entwicklung der Kultur und die Emanzipation der Menschen.«

Aus dem Programm der DKP

Zu Kurt Tucholskys 75. Todestag

Der Heine der Weimarer Republik

Briefmarke im Querformat mit Tucholsky-Porträt.Die ersten Verse mancher seiner Gedichte wurden so berühmt, dass ihr Verfasser dahinter zurücktrat und sie den Charakter von Volksdichtungen bekamen: »Wenn die Igel in der Abendstunde« (1928) oder »Es wird nach einem Happy-end / im Film jewöhnlich abjeblendt«. (1930). Er selbst sah sich als Humoristen, aber auch als kampfeslustigen Streiter für Gerechtigkeit und gegen Sprachschluderei, vor allem aber als Kämpfer gegen den Krieg, alle Formen des Krieges.


Weiterlesen: Zu Kurt Tucholskys 75. Todestag

jewöhnlich abjeblendt

Kurt Tucholsky

Danach


Es wird nach einem happy end

im Film jewöhnlich abjeblendt.

Man sieht bloß noch in ihre Lippen

den Helden seinen Schnurrbart stippen –

da hat sie nun den Schentelmen.

Na, und denn —?


Denn jehn die beeden brav ins Bett

Na ja… diß is ja auch janz nett.

A manchmal möchte man doch jern wissen:

Wat tun se, wenn se sich nich kissen?

Die könn ja doch nich immer penn…!

Na, und denn —?


Weiterlesen: jewöhnlich abjeblendt

»Bleibe fest, halte aus!«

Zuspruch

Gedenktafel in Neiße für Max Herrmann-Neiße.

Laß dich Schwermut nicht schwächen:
bleibe fest, halte aus!
Einst wird die Zukunft dich rächen,
kommst du auch nie mehr nach Haus.
Mag es leer um uns werden,
schwinden, was Freund einst war,
sind wir schließlich auf Erden
nur eine kleine Schar
lächerlich und verachtet,
vor dem Tanz um die Macht,
hüllt, was ihr Buntes erdachtet,
heut noch in Dunkel die Nacht –
einmal muß es tagen,
ist der Wahn nicht mehr wahr.

Weiterlesen: »Bleibe fest, halte aus!«

Kein Marx ohne Lenin

Vorabdruck aus jungeWelt. Lenins Werk steht nicht nur in einem theoretischen Fortsetzungsverhältnis zu dem von Marx und Engels. Es war auch der praktisch-revolutionäre Transmissionsriemen, durch den die marxistische Theorie die Massen ergriff.

Porträt: Kar Marx (farbig).Was wäre von Marx im 20. Jahrhundert geblieben, wenn nicht die von Lenin und den Bolschewiki durchgeführte Oktoberrevolution stattgefunden und der Aufbau des ersten sozialistischen Staates der Arbeitern und Bauern, der sich in seinem Selbstverständnis von Marx leiten ließ, gewesen wäre?

 

Weiterlesen: Kein Marx ohne Lenin

Ein notwendiger Vorspann

Ein notwendiger Vorspann zum nachfolgenden Artikel über »Die Ermittlung« von Peter Weiss

Inszenierung der »Ermittlung« auf dem Reichsparteitagsgelände am Staatstheater Nürnberg, Juni 2009

Die jüngsten »Enthüllungen« der aktiven Unterstützung des Auswärtigen Amtes an der Judenvernichtung und an Kriegsverbrechen der Nazis in der Zeit der faschistischen Herrschaft 1933 bis 1945 waren in ihren Umrissen bereits lange bekannt. Auch die personelle und politische Kontinuität nach 1945. Die Enthüllungen haben nachdrücklich bestätigt: Das AA war während der Zeit des Faschismus eine »verbrecherische Organisation« (Historiker Eckart Conze).


Weiterlesen: Ein notwendiger Vorspann

»Die Ermittlung«

Porträt: Peter Weiss


Vor 45 Jahren, im Oktober 1965 wurde in einer spektakulären Theateraktion das Stück »Die Ermittlung« von Peter Weiss gleichzeitig an sechzehn Bühnen der Bundesrepublik, Westberlins und der DDR uraufgeführt.


Eine Erinnerung von Dirk Krüger



Weiterlesen: »Die Ermittlung«

Beutezug Ost

Aus dem Video: dunkel gehalten - Männerbeine, Hand mit Aktenkoffer.

Die Treuhand und die Abwicklung der DDR

14.09.2010 | Frontal21-Dokumentation von Herbert Klar und Ulrich Stoll


Verramscht, zerschlagen, abgewickelt – für Kritiker begann mit der Gründung der Treuhandanstalt vor 20 Jahren der Ausverkauf der DDR: Tausende volkseigene Betriebe wurden geschlossen, Millionen DDR-Bürger arbeitslos, ganze Regionen Ostdeutschlands deindustrialisiert.

Weiterlesen: Beutezug Ost

Leerversprechen

Wenn man auf die Politik die gleichen Kriterien anlegt wie auf ungedeckte Finanzgeschäfte, müsste die Regierung sofort verboten werden:

  • sie verspricht etwas, was sie nicht hält,
  • regiert etwas, was sie nicht kann, und
  • verkauft etwas, das ihr nicht gehört.

Werner Lutz
Quelle: Deutscher Einheit(z)-Textdienst 6-10